9 Februar 2026

Die Lebensgeschichte von Max von Pettenkofer

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Max von Pettenkofer war ein Hygieniker und Arzt, der das Hygieneinstitut in München gründete. Er widmete den größten Teil seines Lebens der Forschung in diesem Bereich und leistete einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der deutschen und weltweiten Wissenschaft. In diesem Artikel erzählen wir die Lebensgeschichte dieses herausragenden Mediziners. Mehr auf imunich.eu.

Kindheit und Jugend

Max von Pettenkofer wurde in armen Verhältnissen geboren und wuchs dort auf. Er war das fünfte Kind der Familie, nach ihm wurden noch drei weitere Kinder geboren. Im Jahr 1827 zog er zu seinem Onkel nach München, um dort die Schule zu besuchen. Nach dem Schulabschluss 1837 studierte er Naturwissenschaften und Pharmazie. Ab 1839 arbeitete Max als Lehrling in der Hofapotheke. Im Jahr 1840 arbeitete er sogar als Schauspieler im Theater, setzte jedoch sein Studium der Chemie und Medizin fort.

Im Jahr 1842 veröffentlichte der junge Wissenschaftler seine erste Publikation, die der Trennung von Arsen und Antimon gewidmet war. 1843 promovierte er zum Doktor der Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe. Lange Zeit konnte Pettenkofer keine Anstellung in seinem Fachgebiet finden, weshalb er anfing, Gedichte zu schreiben. Damals verfasste er seine „Chemischen Sonette“, die erst 1890 veröffentlicht wurden.

Im Jahr 1845 begann er, in der Münzprägeanstalt zu arbeiten. Seine Arbeit wurde von Ludwig I. hoch geschätzt, der Pettenkofer später mit der Gründung eines neuen Lehrstuhls an der Universität München betraute. Pettenkofers Vorlesungen an der Universität wurden zunächst „diätisch-physiologische Chemie“ genannt, später, nach seiner Ernennung zum Professor für Hygiene 1865, als „Hygienevorlesungen“ umbenannt.

Wissenschaftliche und praktische Tätigkeit

Im Jahr 1865 gründete Pettenkofer die „Zeitschrift für Biologie“, deren Mitherausgeber er 18 Jahre lang war.

Von 1867 bis 1883 widmete sich Pettenkofer einer bedeutenden Aufgabe: der hygienischen Sanierung Münchens. Er setzte ein Trinkwassersystem um, das in Europa als vorbildlich galt, und etablierte ein effizientes Kanalisationssystem. Dank der verbesserten sanitären Bedingungen sank die allgemeine Sterblichkeit in München um 25 %, die Sterblichkeit durch Typhus sogar um 80 %. Dies waren wirklich beeindruckende Ergebnisse.

Zu Beginn seiner Karriere beschäftigte sich Pettenkofer intensiv mit Chemie und Physiologie. Er war der Erste, der in Urin Hippursäure und Kreatinin nachwies. Außerdem verbesserte er Zementherstellungsverfahren, beschrieb Methoden zur Beleuchtung mit Holzgas und begann, den Kohlendioxidgehalt in der Luft zu messen. Im Jahr 1861 entwarf er eine Atemkammer, die präzisere Forschungen zum Energieaustausch im Körper ermöglichte.

Im Bereich der Hygiene untersuchte Pettenkofer die Auswirkungen von Klima, Kleidung, Heizung und Belüftung auf die Verbreitung von Krankheiten. Er forschte auch zu Trinkwasserhygiene, Lebensmitteln, Abwässern und Exkrementen. Pettenkofer führte Standards für Desinfektion und Hygiene in öffentlichen Einrichtungen ein.

Besondere Interessen und Experimente

Pettenkofer widmete sich besonders den Krankheiten Typhus und Cholera. Er vermutete, dass diese Krankheiten durch Umweltfaktoren verursacht werden könnten. Seine „Grundwasserhypothese“ behauptete, dass ein fallender Grundwasserspiegel ein Hauptfaktor für die Verbreitung dieser Krankheiten sei. Im Jahr 1892 führte er ein gefährliches Experiment an sich selbst durch, um seine Hypothese zu bestätigen: Er schluckte den infektiösen Erreger.

Der Freitod des Wissenschaftlers

Im Jahr 1894 ging Pettenkofer in den Ruhestand. Seine Frau und drei Kinder waren verstorben, was bei ihm eine tiefe Depression auslöste. Schließlich nahm er sich das Leben. Der Wissenschaftler erschoss sich in seinem Haus in der Nähe von München. Zeitgenossen beschrieben Pettenkofer als sehr warmherzigen, gütigen, aber manchmal melancholischen Menschen. Ilja Metschnikow sagte über Pettenkofers Tod, dass er aus Verzweiflung geschah, weil dieser die Unvollkommenheit der Medizin nicht akzeptieren konnte. Weder Hygiene noch Therapie konnten das Leben seiner Frau und Kinder retten.

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