9 Februar 2026

Die Geschichte der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München

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Die Ludwig-Maximilians-Universität München ist die älteste Bildungseinrichtung Bayerns. Ihre Geschichte begann bereits im 15. Jahrhundert. Ursprünglich hatte sie vier Fakultäten: Philosophie, Medizin, Rechtswissenschaft und Theologie. In diesem Artikel beleuchten wir die Geschichte der medizinischen Fakultät, die sich stetig entwickelte und zu einem großen deutschen Wissenschaftszentrum wurde. Mehr auf imunich.eu.

Die Anfänge der Geschichte

Die Universität wurde 1472 von Herzog Ludwig IX. von Bayern gegründet. Ursprünglich befand sich die Universität (damals Hohe Schule) in Ingolstadt. Bereits einen Tag nach der feierlichen Eröffnung der Universität gründeten die Professoren Joh Trost, Ulrich Elbogen und Andreas Reder die medizinische Fakultät, deren Dekan Andreas Reder wurde. Die medizinische und die theologische Fakultät waren die beliebtesten Fakultäten der Universität.

Ein bedeutendes Jahr für die Fakultät und die Universität war 1483, als Wolfgang Peysser Professor wurde. 1521 verfasste er im Namen der medizinischen Fakultät Anweisungen zur Prävention und Behandlung der Pest.

Die Entwicklung der medizinischen Fakultät im 18. Jahrhundert

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war die medizinische Fakultät schlecht ausgestattet. Damals studierten hier meist weniger als zehn Studenten. Zwischen 1723 und 1736 wurde das erste eigene Gebäude der medizinischen Fakultät errichtet.

Im 18. Jahrhundert wurde die Universität stark von den Ideen der Aufklärung beeinflusst. An den philosophischen und medizinischen Fakultäten wurden die Lehrmethoden erheblich verbessert. In diesem Zeitraum reformierte Johann Anton von Wolter die Fakultät umfassend. Er legte den Schwerpunkt auf praktische Medizin und Pharmakologie, wodurch die medizinische Fakultät an die Standards der damaligen Zeit angepasst wurde. Dies schuf eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung.

Das 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert wurde die medizinische Fakultät oft als „romantische medizinische Schule“ bezeichnet, da hier neben traditioneller Medizin auch neue Ansätze gelehrt wurden. So unterrichtete Andreas Reschlaub holistische Medizin im Gegensatz zu traditionellen Lehren.

1826 zog die Universität schließlich nach München. Nach dem Umzug wurde das Allgemeine Stadtkrankenhaus das erste Lehrkrankenhaus der Universität. Heute beherbergt es die Universitätsklinik mit mehreren Gebäuden und Instituten.

Ein weiterer wichtiger Name in der Geschichte der Universität ist Max von Pettenkofer. 1847 wurde er Professor des Lehrstuhls für medizinische Chemie. Zwischen 1876 und 1879 gründete er das erste Hygieneinstitut, das heute als Max-von-Pettenkofer-Institut bekannt ist.

1856 wurde die Königliche Frauenklinik gegründet, die ebenfalls Teil der Universitätsklinik war und ist.

Das 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert war eine Zeit aktiver Entwicklungen und Innovationen in akademischen und praktischen Belangen der Universität. 1904 wurde in der Universitätsklinik eine psychiatrische Klinik eröffnet, deren Leitung Emil Kraepelin übernahm. Einer der bedeutendsten Wissenschaftler der psychiatrischen Klinik war Alois Alzheimer, der die Alzheimer-Krankheit erstmals erkannte und beschrieb.

1918 wurde Adele Hartmann die erste deutsche Frau, die die medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München abschloss.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebäude der Universität und der Klinik stark beschädigt und mussten wiederaufgebaut werden. 1955 wurde entschieden, neue Klinikgebäude am Stadtrand von München zu errichten. Der erste Bauabschnitt begann 1967-1968. Die neue Klinik wurde 1972 eröffnet, genau 500 Jahre nach der Gründung der Universität. Seit den 1960er-Jahren hat sich diese Klinik zu einem weltweit bekannten medizinischen Wissenschaftszentrum entwickelt. 1999 fusionierten die Kliniken „Großhadern“ und „Innenstadt“, wodurch das zweitgrößte Universitätsklinikum Deutschlands entstand.

Die Gegenwart

2014 wurde in der Universitätsklinik ein neues Operationszentrum mit 32 hochmodernen Operationssälen eröffnet. Im selben Jahr wurden das Zentrum für Schlaganfall- und Demenzforschung sowie das Zentrum für Kinderpalliativmedizin gegründet. 2016 konzentrierte die medizinische Fakultät ihre biologischen Forschungen in Großhadern, das zu einem der wichtigsten wissenschaftlichen Zentren der Welt wurde.

2021 wurde die Interdisziplinäre Klinik „LMU Downtown“ eröffnet. Sie bietet modernste Behandlungen und modernste Ausstattungen für Lehre und Forschung in München. Die Klinik erstreckt sich über eine Fläche von etwa 12.400 Quadratmetern und umfasst stationäre Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe und Notfallmedizin. Hier absolvieren Studenten auch ihre praktische Ausbildung und bereiten sich auf ihre berufliche Laufbahn vor.

Die Geschichte der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München ist beeindruckend: Sie entwickelte sich von einer kleinen Fakultät der ersten bayerischen Hochschule zu einem der größten medizinischen Wissenschaftszentren Deutschlands. Diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende, da es viele ehrgeizige Pläne gibt, wie die Eröffnung des Interfakultären Zentrums für Netzmodellierung von endokrinen und kardiovaskulären Erkrankungen. Dieses neue Zentrum wird sich der Forschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen widmen, die weltweit die Haupttodesursache sind.

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