9 Februar 2026

Wie die Kurklinik „Garlaching“ zur führenden Klinik Münchens wurde

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Das Klinikum Harlaching ist eine der bekanntesten medizinischen Einrichtungen in München. Heute ist es ein modernes medizinisches Zentrum mit hochmoderner Ausstattung, doch hinter diesem Ort verbirgt sich eine lange und interessante Geschichte. In diesem Artikel erzählen wir, wie sich ein kleines Sanatorium am Stadtrand in die beste Klinik Münchens verwandelt hat. Mehr dazu auf imunich.eu.

Wie alles begann

Die Geschichte des Krankenhauses begann bereits im Jahr 1894, als Friedrich Zeybot, ein Angestellter des Verwaltungsrates der städtischen Krankenhäuser, vorschlug, in der Stadt ein Sanatorium für Menschen mit leichteren Erkrankungen wie Anämie oder Magenleiden zu eröffnen. Sofort wurde ein idealer Ort für ein solches Sanatorium ausgewählt – das Gut Stadelheim. Der Vorschlag wurde angenommen und der Bau begann.

Doch schon bald änderten sich die Pläne. Der Münchner Bürger J. Heilmann bot dem Stadtrat ein Grundstück von 9,466 Hektar zwischen Harlaching und Menterschwaige an. Er tat dies völlig unentgeltlich, bat jedoch darum, dass seine Mitarbeiter hier kostenlos und ohne Wartezeit behandelt würden.

Der Stadtrat nahm dieses großzügige Geschenk an und genehmigte ein neues Projekt im Wert von 910.000 Mark. Das Projekt sah eine Kapazität für 204 Patienten mit der Möglichkeit einer Erweiterung vor. Und schon bald wurde das Projekt tatsächlich erweitert, da Seine Königliche Hoheit Prinzregent Luitpold von Bayern weitere 17,88 Hektar stiftete.

Eröffnung des Sanatoriums

Das Sanatorium wurde am 4. November 1899 eröffnet. Es war eine Einrichtung, die weder ein Krankenhaus im herkömmlichen Sinne noch eine reine Erholungsstätte war. Es war der Versuch, eine Heilanstalt mit den Vorzügen eines gut ausgestatteten Krankenhauses zu kombinieren. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 1.642.021 Mark.

Am 22. November nahm das Sanatorium die ersten Patienten mit Tuberkulose im Frühstadium und Patienten mit leichten chronischen Erkrankungen auf. Kaum war der Bau des Sanatoriums abgeschlossen, begannen auch schon die Arbeiten zu seiner Erweiterung und Verbesserung. Die Einrichtung erhielt eine hervorragende Finanzierung durch die städtischen Behörden und entwickelte sich rasant.

Die Entwicklung des Sanatoriums

Die lokale Gemeinschaft schätzte diesen Ort nicht nur als hervorragendes Sanatorium, sondern auch als eine Institution, die viel für die Stadt leistete. Beispielsweise unterstützte das Sanatorium lokale Naturschutzgebiete, eine meteorologische Station, Gärtnereien und die Landwirtschaft. Auch außerhalb Münchens erhielt das Sanatorium hohe Anerkennung. Auf der Weltausstellung 1900 in Paris erhielt es den Hauptpreis und auf der Weltausstellung in St. Louis ein Diplom.

Ab 1903 behandelte das Sanatorium „Harlaching“ nur noch Frauen, während Männer in ein anderes Sanatorium geschickt wurden. Diese Neuerung ermöglichte es, die Bettenkapazität der Einrichtung zu erhöhen.

Während des Ersten Weltkriegs entlastete die Verlegung von Patienten mit leichteren Erkrankungen aus den städtischen Krankenhäusern in das Sanatorium die Krankenhäuser und machte Betten für verwundete Soldaten frei.

Vom Sanatorium zum Krankenhaus

Im Jahr 1931 wurde beschlossen, hier einen Operationssaal für kleinere chirurgische Eingriffe einzurichten, und 1937 wandelte die Stadt das Sanatorium in ein Tuberkulosekrankenhaus mit einer vollwertigen chirurgischen Abteilung um. Nun konnten hier alle Stadien der Tuberkulose behandelt werden. Das Sanatorium wurde in „Krankenhaus München-Harlaching“ umbenannt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden verwundete Soldaten hierher gebracht. Das Krankenhaus „München-Harlaching“ war das einzige Münchner Krankenhaus, das den Krieg ohne größere Zerstörungen überstand.

Im Jahr 1957 wurde aufgrund der stetig sinkenden Zahl von Tuberkulosefällen und des allgemeinen Bettenmangels beschlossen, das Krankenhaus neu auszurichten. Es wurde ein Projekt für einen modernen und großen medizinischen Komplex entworfen. Das alte Gebäude wurde ein Teil davon.

Seit 2005 befindet sich hier das München Klinik Harlaching, das medizinische Versorgung auf höchstem Niveau bietet. Die Klinik verfügt über 759 Betten und 68 tagesklinische Plätze und hat auch Standorte in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach und Schwabing. Rund 110.000 Menschen erhalten hier jährlich eine stationäre und tagesklinische Behandlung.

Dank der Verbindung von Tradition, Innovation und Patientenversorgung ist Harlaching zu einem festen Bestandteil der Münchner Medizingeschichte und zu einem Symbol für qualitativ hochwertige deutsche Medizin geworden.

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