Leider bleibt das Problem der Obdachlosigkeit in München aktuell. Trotz des hohen Lebensstandards finden sich Hunderte Menschen ohne ein Dach über dem Kopf wieder. Gleichzeitig gibt es in der Stadt ein umfassendes Unterstützungssystem für diese Menschen. Sie erhalten Hilfe bei der Verpflegung, medizinischer Versorgung sowie bei der Unterkunft und bekommen die Chance auf einen Neuanfang. In diesem Artikel erzählen wir, wie sich München genau um diejenigen kümmert, die es am dringendsten benötigen. Mehr dazu auf imunich.eu.
Kontext
In Bayern haben rund 40.000 Menschen kein Dach über dem Kopf. Das ist eine sehr hohe Zahl, und sie steigt von Jahr zu Jahr. Etwa 40 % der Obdachlosen sind Frauen.
In München lebten (Stand 2024) 340 Obdachlose, von denen sich 250 innerhalb des Mittleren Rings aufhielten. Im Vergleich zu anderen europäischen Städten ist das nicht viel, aber all diese Menschen brauchen Hilfe. Fast die Hälfte der Menschen, die auf der Straße leben, ist älter als 49 Jahre und lebt oft schon seit langer Zeit auf der Straße.
Staatliche Initiativen
In München gibt es eine Reihe staatlicher Initiativen, die darauf abzielen, Obdachlosen zu helfen. Die Stadt bietet vielfältige Dienstleistungen an, darunter temporäre Unterkünfte, soziale Betreuung und finanzielle Unterstützung.
Ein wichtiger Teil der Unterstützung sind die Notschlafstellen, in denen Obdachlose ein warmes Bett bekommen können. Im Jahr 2024 eröffnete beispielsweise eine Notschlafstelle in der Lotte-Branz-Straße. Die Einrichtung verfügt über 730 Plätze und sogar eine Tagesstätte. Das Gebäude ist barrierefrei und somit auch für Menschen im Rollstuhl zugänglich. Darüber hinaus wird das Gebäude mit Fernwärme versorgt, verfügt über Photovoltaikanlagen und ein Gründach. In der Nähe befindet sich das Gesundheitsreferat, in dem Obdachlose Röntgenuntersuchungen und Impfungen erhalten können.
Die Stadt bietet Obdachlosen auch finanzielle Hilfe an, die Zahlungen zur Deckung des Grundbedarfs wie Lebensmittel und Kleidung umfasst. Sozialarbeiter bieten Beratung an und helfen bei der Lösung von rechtlichen und administrativen Fragen, mit denen Obdachlose konfrontiert sein könnten.
Im Rahmen des Münchner Kälteschutzprogramms bietet das Sozialreferat Obdachlosen eine kostenlose Hin- und Rückfahrkarte zur nächstgelegenen Notunterkunft an.
Ehrenamtliche Bewegungen

Ehrenamtliche Initiativen und wohltätige Organisationen leisten ebenfalls einen großen Beitrag. Oft bieten sie neben materieller Hilfe auch menschliche Wärme und psychologische Unterstützung, was ebenfalls sehr wichtig ist.
Eine der bekanntesten wohltätigen Organisationen ist die „Caritas München“. Diese Organisation bietet Obdachlosen Verpflegung, Unterkunft, medizinische Hilfe und soziale Begleitung. Die „Caritas München“ arbeitet auch daran, Menschen dabei zu helfen, in ein selbstständiges Leben zurückzukehren, Arbeit zu finden, bei Behördengängen zu unterstützen und Sozialleistungen zu beantragen.
Oft nehmen auch Klöster Obdachlose auf, insbesondere das Münchner Kloster St. Bonifaz. Jedes Jahr kommen mehr Menschen hierher, sodass sogar ein Sicherheitsdienst engagiert werden musste. Der Benediktinerorden, dem das Kloster angehört, gibt jährlich 400.000 Euro für Bedürftige aus, ohne jegliche staatliche Unterstützung.
Um die Idee der Obdachlosenhilfe in München zu verbreiten und neue Freiwillige zu gewinnen, wurde in den sozialen Medien der Hashtag #WeilWirMenschlichSind eingeführt, was so viel bedeutet wie „weil wir Menschen sind“.
Am Münchner Hauptbahnhof ist die „Bahnhofsmission München“ tätig, die an Gleis 11 all jenen hilft, deren Leben aus den Fugen geraten ist. Das Team der Mission besteht aus rund 25 festangestellten Mitarbeitern und 140 Frauen, einschließlich rund 140 Freiwilligen. Die Bahnhofsmission München wird gemeinsam von der evangelischen und der katholischen Kirche getragen. Täglich empfängt die Mission Hunderte von Obdachlosen und versorgt sie mit heißen Getränken, warmer Kleidung und einer Möglichkeit zur Ruhe zu kommen.
Wir haben nur über einige Organisationen und Hilfsmethoden für Obdachlose berichtet, aber in der Stadt gibt es noch viel mehr davon. Auch Sie können sich diesen Bewegungen anschließen und anfangen, diese Welt zu verändern. Dank der Kombination aus staatlichen Programmen, ehrenamtlichen Initiativen und dem Engagement der Kirchengemeinden erhalten obdachlose Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch die Chance auf eine Rückkehr in ein würdevolles Leben. Dies ist ein Beispiel dafür, wie eine Gemeinschaft zu einer echten Stütze für diejenigen werden kann, die auf der Straße gelandet sind.