9 Februar 2026

Interessantes aus der Geschichte Münchens

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In der Antike gab es am Fluss Isar ein Kloster. Auf Althochdeutsch sagte man „bie den Munichen“ oder „bei den Mönchen“, was „bei den Mönchen“ bedeutet. Daher zeigt das Stadtwappen einen Mönch. Die Bayern sind sehr stolz auf ihre Hauptstadt. München gilt als eine der lebenswertesten Städte Deutschlands, wenngleich die Lebenshaltungskosten nicht gerade günstig sind, berichtet imunich.eu.

Die ersten Erwähnungen

Ausgrabungen im Stadtzentrum zeigen, dass das Gebiet bereits Ende des Neolithikums, also um 2000 v. Chr., genutzt wurde. Grabfunde belegen, dass die Ufer der Flüsse Isar und Würm bereits in der Bronzezeit besiedelt waren. Im Jahr 2014 entdeckten Archäologen unter dem Innenhof der „Residenz“-Apotheke ein Grab aus der späten Bronzezeit.

Erwähnt wurden die Bayern erstmals im Jahr 551. Archäologische Funde zeigen, dass das bayerische Volk weniger germanischer, sondern mehr keltisch-römischer Herkunft war. Die römische Besiedlung verschwand nicht vollständig. Teile des Römischen Reiches blieben bestehen, wie die lateinische Sprache in bayerischen Dialekten zeigt. Die Bayern bildeten sich aus den Resten keltischer Ethnien, örtlicher Römer, Alemannen, Franken, Markomannen und anderer Völker.

Mitte des 6. Jahrhunderts wurde die erste bayerische Stammesdynastie der Agilolfinger gegründet, die ihre Herrschaft bis ins 8. Jahrhundert von Regensburg aus bis nach Enns im Osten und Südtirol im Süden ausdehnte. Die älteste urkundliche Erwähnung einer Siedlung der Bayern im heutigen München datiert auf das Jahr 750.

Die meisten heutigen Stadtteile entstanden nach dem Jahr 800. Die Herzöge der Agilolfinger errichteten im Jahr 700 n. Chr. einen Palast auf dem Berg. Das heutige Freising gilt als älteste Stadt Oberbayerns. Die Bischöfe von Freising genossen großes Ansehen bei Königen und Herrschern der folgenden Generationen.

So erwarb Bischof Waldo im Jahr 903 den Markt in Föhring, was Freising Einnahmen aus dem Salzhandel verschaffte. Der Bischof erhielt auch den Isarfluss. Die Einnahmen aus dem Salzhandel waren so hoch, dass Freising, das 903 niedergebrannt war, vollständig wiederaufgebaut werden konnte.

Die Stadtmauern

Bei Ausgrabungen an der städtischen Eisenbahnlinie im Jahr 2012 wurden Teile von Keramikgefäßen aus dem frühen 11. Jahrhundert entdeckt. Dies deutet darauf hin, dass München älter ist als die erste schriftliche Erwähnung von 1158. Im Jahr 2020 entdeckten Archäologen zudem eine zuvor unbekannte Siedlung in der Altstadt Münchens. Gefunden wurden Keramiken, Gebäudeteile und Öfen auf einer Fläche von 150 Quadratmetern in der Hochbrückenstraße, die ebenfalls aus dem frühen 11. Jahrhundert stammen. Dies sind die ältesten mittelalterlichen Funde in der Altstadt.

Das städtebauliche Zentrum war der Schrannenplatz, das Handelszentrum der Stadt, wo der Getreide- und Salzmarkt lag. Im Jahr 1854 wurde der Platz in Marienplatz umbenannt. Auf einem Hügel südlich des Petersbergls befindet sich die Kirche St. Peter, die erste und für lange Zeit einzige Pfarrkirche der Stadt und wahrscheinlich älter als München selbst.

Wann genau der Ausbau Münchens begann, ist unklar. Der quadratische „Alte Raum“ entstand noch vor der Gründung Münchens, war jedoch wohl Teil des herzoglichen Zolls, der 1158 errichtet wurde.

Unter Heinrich dem Löwen begann 1175 der Bau der ersten Stadtmauer, der von seinen Nachfolgern fortgesetzt wurde. Einige Fragmente dieser Mauer sind bis heute erhalten. Das Talburgtor, ein alter Rathausturm, blieb erhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer beschädigt und nach den Vorbildern der Olympischen Spiele von 1972 wieder aufgebaut.

Die erste Stadtmauer besaß fünf Tore und eine Länge von 1,4 km. Sie umschloss ein Gebiet von 17 Hektar. Den Verlauf der Stadtmauer kann man heute an den Straßen Sparkassenstraße, Viktualienmarkt, Rosental, Färbergraben, Augustinerstraße, Schäfflerstraße, Marienhof, Hofgraben und Pfisterstraße nachvollziehen.

Da die Isar als reißend galt, wurde die Stadtmauer nicht am Fluss errichtet. Die Festung wurde jedoch von zahlreichen Bächen durchzogen, die für die Wasserversorgung und andere wirtschaftliche Zwecke wichtig waren.

Salzminen und die erste Brauerei

Am Marienplatz befindet sich das alte Rathaus im bayerisch-gotischen Stil. Auf der Fassade thront eine Statue Heinrichs des Löwen. Was zog diesen weltlichen Herrscher an das kleine Kloster? Die Siedlung lag in der Nähe von Salzminen. Salz war damals sehr wertvoll und diente nicht nur als Würzmittel, sondern auch als universelle Währung.

Der Salzhandel war jedoch nicht nur für die Herrscher interessant. Der Zoll am Isarübergang brachte dem Freisinger Bischof, einem lokalen kirchlichen Feudalherrn, hohe Einnahmen.

Heinrich der Löwe befahl jedoch, die Brücke abzureißen und eine eigene stromaufwärts zu errichten, sodass der gesamte Salzhandel unter seine Kontrolle fiel und das „Mönchsdorf“ zu einem großen Handelszentrum wurde. Der Marienplatz wurde zum zentralen Platz Münchens.

Im Mittelalter fanden auf diesem Platz Ritterturniere statt, und bis ins 19. Jahrhundert wurde dort Getreide gehandelt und Jahrmärkte abgehalten. Am Marienplatz befindet sich auch die Frauenkirche, ein imposantes Bauwerk mit typischen barocken Zwiebeltürmen, das als architektonisches Symbol Münchens gilt. In Europa gibt es kein vergleichbares Gebäude.

Nach dem Tod Heinrichs des Löwen ging Bayern an die Dynastie der Wittelsbacher über, die das Land bis zum 20. Jahrhundert regierten. München wurde ihre Residenz. Die Hauptstadt Bayerns war bis ins 18. Jahrhundert das von den Römern gegründete Regensburg. Die Herrscher förderten die Kunst, und so zogen zahlreiche Künstler und Bildhauer nach Bayern. Die Wittelsbacher kauften Kunstwerke zu fairen Preisen, was es den Künstlern ermöglichte, in Wohlstand zu leben.

Schwer zu glauben, aber in Bayern wurde früher nur Wein getrunken, und das Bier wurde aus anderen Städten importiert. Ende des 16. Jahrhunderts machte die Besteuerung dies jedoch unrentabel, und so beschloss man, eine Brauerei in München zu eröffnen – die „Hofbräuhaus“. Im heutigen München gibt es sechs Brauereien und zahlreiche Feste, die dem Bier gewidmet sind, darunter das berühmte „Oktoberfest“.

Das verlorene München

Eine interessante, wenn auch tragische Periode in der Geschichte der Stadt war der Dreißigjährige Krieg. Im Jahr 1632 wurde München von dem schwedischen König Gustav Adolf besetzt, der von der Schönheit der Stadt so beeindruckt war, dass er sie verschonte – allerdings nicht ohne Preis. Der König verlangte 300.000 Reichstaler, um München unversehrt zu überlassen.

Die Bürger sammelten wertvolle Güter, kamen jedoch nur auf ein Drittel des Betrags. Die Schweden nahmen, was sie hatten, sowie 42 Geiseln und viel Salz. Als der König die Stadt verließ, war München finanziell stark geschwächt.

70 Jahre später geriet die Stadt erneut unter Besatzung, diesmal durch die Habsburger. Im Kampf um das spanische Erbe verbündete sich Kurfürst Max Emanuel mit dem französischen General Villars und stellte sich gegen die Österreicher. 1704 waren die französisch-bayerischen Truppen gezwungen, Bayern zu evakuieren, und München geriet unter habsburgische Herrschaft.

Die Besatzung dauerte zehn Jahre und endete mit dem Frieden von Baden im Jahr 1714. Im Jahr 1742 fiel München erneut unter österreichische Herrschaft aufgrund des Erbfolgekriegs. 6.000 Besatzungssoldaten zeigten den Münchnern, dass sie nicht die Herren der Stadt waren.

Zusätzlich zur Besatzung litt die Stadt auch unter der Pest. Zwischen 1634 und 1636 fiel jeder dritte Münchner der Epidemie zum Opfer. Erst 1860, als in den Bergen eine Quelle für frisches Wasser gefunden wurde, endete das Kapitel der Pest in München.

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